Archiv der Kategorie: Radfahren

Myszkow, 6.Tag, Kultur & Co.

Heute 32km, gesamt 710km

Da der Blaue Blitz ja in den letzten Tagen schon genug km weggestrampelt hatte, war heute Freizeit angesagt.

Wir waren zunächst um 11 ins Rathaus geladen und wurden dort von der stellvertretenden Bürgermeisterin herzlich empfangen.

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Anschließend folgte unsere Radtruppe zwei Verwaltungsmitarbeitern, die uns zu zwei nahe gelegenen Burgen führten. Auf ihren Fully-Mountainbikes preschten sie auf den teils arg tiefen Sandwegen voraus. Wir hatten ganz schön zu tun, den beiden zu folgen. Dabei gab es auch gleich zwei Stürze, die aber zum Glück glimpflich ausgingen.

Die erste Burg, Mirow, ist in einem ruinösen Zustand, wird aber gerade restauriert.

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Die zweite Burg, Bobolice, erreichten wir über einen Trampelpfad, der uns auch an einer bereits von Steinzeitmenschen benutzten Karsthöhle vorbeiführte.

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Nach Überbrückung der Wartezeit mit Süppchen und Bierchen wurden wir sachkundig durch die restaurierte Burg geführt. Das Gemäuer beherrbergt eine kleine Ausstellung an Waffen, Rüstungen, Bildern und Mobiliar, teils Originale, teils gute Repliken.

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Myszkow, 5.Tag, Myszkow

Heute 129km, gesamt 678km, 460hm

Heute starteten wir gegen Neun, nach einem mehr als ordentlichen Frühstück. Allerdings gab es ein arges Problem bei der Kaffeeversorgung, der Automat war deutlich unterdimensioniert und machte ob unseres Koffeinbedarfs beizeiten die Grätsche.

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Wir fädelten uns ganz gut durch die Straßen von Opole, gelangten unter der Autobahn hindurch auf einen Trampelpfad und hatten wieder einmal ein abenteuerlich schmales Brückchen zu überwinden.

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Über viele Straßen und gute Waldwege kamen wir recht gut voran. Auf einem etwas holperigen Wegstück ereilte uns aber dann doch der Pannenteufel. Marcos hinterer Reifen wurde von einem scharfkantigen Stückchen glasartiger Schlacke regelrecht aufgeschlitzt. Nach Einziehen eines neuen Schlauchs und Abdecken der Schadstelle im Reifen mit einem aus dem Defektschlauch geschnittenen Stückchen Gummi konnte die Fahrt bald fortgesetzt werden.

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Ohne größere Probleme kamen wir weiter voran, teils über verkehrsarme Straßen, teils auf geschotterten Waldwegen.

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Unsere Marketenderinnen empfingen uns bei ca. km 60 auf einem Spielplatz südlich Lubienec mit einem vorzüglichen Sortiment an Speisen und Getränken. Das Ganze war sogar liebevoll mit Luftballons verziert! Einige von uns Kindsköpfen versuchten sich am Reck, einen Felgumschwung hat nur Martin zu Stande gebracht.

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Nach der Pause ging es bald wieder hinein in die riesengroßen polnischen Wälder. Viele Kilometer folgten wir einem Weg, der ab und zu nur wenig befestigt war. Hier hatten die Pedalritter ganz schön mit im tiefen Sand wegrutschenden Reifen zu kämpfen.

Falk sah dort irgendwo plötzlich eine Schlange in seiner Wegspur, konnte aber nicht mehr rechtzeitig bremsen. So überrollte er das Tier, welches danach nur noch ausgesprochen leblos herumlag. Ob das Gewürm schon vorher tot war, konnte nicht mehr festgestellt werden.

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Wenig später wandelte sich der Weg auf Grund begonnener Bauarbeiten in eine unpassierbare Sandwüste. Schnell wurde eine Alternativroute weiter nördlich ausgeknobelt. Leider handelten wir uns dadurch später eine viele Kilometer lange Nervstrecke auf einer vielbefahrenen Bundesstraße ein.

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Irgendwann wurde es dringend nötig, den vorbeidonnernden LKW eine zeitlang zu entfliehen. Ein Dorfkonsum wurde um seine Bierreserven gebracht.

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Auch ein einsetzender feiner Nieselregen konnte uns dann nicht mehr aufhalten. Wir erreichten den Stadtrand von Myszkow, kämpften uns durch den recht dichten Verkehr und verfuhren uns am Bahnhof ein letztes mal. Steffen und Heike kamen uns hier mit dem Rad entgegen und führten uns zurück in die richtige Richtung. Wenig später erreichten wir unser Hotel und wurden dort von mitgereisten Partnern in Empfang genommen.

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Myszkow, 4.Tag, Opole

Heute 133km, gesamt 549km, 600hm

Diesmal hatten wir wirklich mal ein Hotel erwischt in dem wir tatsächlich schon 7:00 reichlich und umfangreich frühstücken konnten. So konnten wir auch kurz nach 8:00 in die Sattel steigen und pünktlich loslegen, zumal tatsächlich am Start alle Drahtesel einsatzbereit waren.

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Die heutige Etappe schien aufgrund fehlender Anstiege entspannt, aber mit reichlich 130 km doch auch lang zu werden. Der Himmel sah nicht so vielversprechend aus und das Thermometer zeigte herbstliche 12°.
Nach der obligatorischen Abfahrt vom Hotel ging es zunächst hügelig durch das Gelände. Unterwegs interessierte sich ein niedliches Kätzchen für die lustige Fahrradtruppe.

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Die Hügel ließen wir nun hinter uns und mit 25 Km/h (wahrscheinlich auch einem leichten Rückenwind geschuldet) nahm der Blaue Blitz ordentlich Fahrt auf. Die polnischen Nebenstraßen waren wenig befahren und wir gelangten „leichtfüßig“ zur ersten Rast, die unsere Versorgungsmädels bei km 70 eingerichtet hatten. In gewohnter Manier wurden die Pedaleure kulinarisch mit allen erdenklichen Leckereien verwöhnt.
Da die weitere Strecke Strecke weiterhin entspannt zu bleiben schien, wurde unser fleißiges Versorgungsteam für heute beizeiten in die Freizeitphase geschickt.

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Nach der Pause gerieten wir doch nochmal in einen Regen, der nach ca. 15 Minuten zum Glück wieder aufhörte.
Da ja unsere 2. Pause nun entfiel, wurde bei km 104 ein polnisches Bierchen am hiesigen Konsum eingeworfen.

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Diese Pause tat uns nochmal gut und wir konnten problemlos die Berge, die diesen Namen nicht verdient haben, bewältigen. Eine ca. 12 km lange Passage durch den Wald brachte uns bis kurz vor unseren Zielort Oppeln (Opole).
Zu erwähnen wären noch die unzähligen Hundeköter, deren Gekläffe unser ständiger Begleiter war.
In Oppeln war es recht schwierig, das Hotel zu finden. Das gelang dann schließlich doch noch. Die nachgereisten Ehefrauen wurden herzlich in Empfang genommen.
Abends vergnügten wir uns in einem italienischen Restaurant (keine Pizzeria!). Allerdings war der Kellner mit unseren stetigen Bierwünschen etwas überfordert.

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Myszkow, 3. Tag, Klodzko

Heute 136km, gesamt 416km, 1900hm

Nach einem recht ordentlichen Frühstück wollten wir um Neun starten. Daraus wurde zunächst nichts, Marcos Rad hatte ein Luftleck.

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Der Schaden war ruck-zuck behoben, so dass wir eine viertel Stunde später bei blauem Himmel und Sonnenschein losradeln konnten.

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Es ging zunächst hinab nach Jicin. Ab dort quälte uns ein frontal angreifender kräftiger Wind, der den Durchschnitt trotz prima Straße und auf/ab mit mäßigen Steigungen auf ca. 20km/h drückte.

Da uns nichts weiter aufhielt, fuhren wir ca. 65km mit nur einem Mini-Päuschen durch bis zur ersten richtigen Pause. Kerstin und Evelyn hatten wieder keinen Aufwand gescheut – wir futterten Wurst, belegte Brote, reichlich Obst und noch ein paar Hühnerbeine. Der Pausenplatz war in der Nähe einer Brücke im Tal der Upa, sehr idyllisch gelegen.

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Hernach ging es in ständigem auf und ab über kleine Sträßchen. Diese verbinden die kleinen Dörfchen hier. Leider ist das meistens so, dass man steil runter zum Kirchturm rast, dort stoppen muss, weil die Navigation unklar ist oder eine querende Hauotstraße zum Halt zwingt. Anschliessend heißt es dann, die hergeschenkten Höhenmeter zurückzuerobern.

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Bei Mala Cermna erreichten wir, nach einem Mini-Verfahrerchen, die polnische Grenze. Natürlich musste das im Foto festgehalten werden.

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Auf der polnischen Seite erwartete uns ein recht belebter Kurort. Ab dort erklommen wir, ausgehend von ca. 400hm einen Pass, der uns in langer, stetiger Steigung bis auf ca. 750hm in die Höhe zwang. Alle Teilnehmer meisterten auch diese Aufgabe mit Bravour. Die folgende Abfahrt hinab nach Szczytna war eine wahre Tortur für Fahrer und Material. Eine schlaglochübersäte Buckelpiste sondergleichen rüttelte alles gründlich durch. Wir waren froh, noch mit dem Rad unten anzukommen, und nicht mit einem Sack voll loser Schrauben.

Unser Versorgungsteam hatte im Tal östlich dieses Ortes wieder einen feinen Verpflegungspunkt eingerichtet. Toni nutzte die Zeit, um die Bremsbacken aus seinem Bike zu holen, um festzustellen, dass die wohl doch zu weit abgeniffelt waren.

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Bei hereinbrechender Dunkelheit erreichten wir, nach einem unvermutet steilen und langen Schlußanstieg unser Hotel in der Nähe von Klodzko.

Myszkow, 2. Tag, Horni Lochov

Heute 132km, gesamt 280km, 1350hm

Im Hotel Ostrov hat es uns gut gefallen, nicht zuletzt wegen des umfangreichen Frühstücks. Allerdings konnten wir dieses erst 8:00 einnehmen, so dass wir erst 9:00 in die Sattel kamen.

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Bei nebligen Novemberwetter ging es zunächst wieder 2 km steil bergauf. An der folgenden Kreuzung hatten wir und zunächst verfranzt. Anstatt nach rechts in Richtung Sneznik zu fahren, führte uns Franks Navigation nach links 1,5 lm sinnlos bergab. Ursächlich für den Irrtum war die Tatsache, dass das Navi auf Auto eingestellt war. Womöglich wären wir bis auf die Autobahn geleitet worden, wenn wir nicht vorher schon stutzig geworden wären. Dann ging es ca. 13 km eine herrlichste Abfahrt (nur durch den Wald) hinein an die Elbe nach Decin. Gust führte uns wieder routiniert aus Decin heraus.

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Auf einem Radweg kurz nach Decin lagen Holzteile. Leider übersah Toni so ein Teil und kam unerwartet zu Fall. Allerdings meisterte er diese Herausforderung souverän. Seitdem wird im Team andachtsvoll von der „TONI-ROLLE“ gesprochen.
Das Wetter sah mittlerweile wesentlich besser aus. Regen und Nebel hatten sich verflüchtigt.

Kurz nach Decin gab es bereits die erste Verzögerung. Unser langjähriger Pannenkönig Tony reiste dieses Jahr mit einem hochwertigem 29er Leihrad an. Trotzdem verlor er bereits bei km 28 die ersten Teile. Die Schrauben an den Zahnkränzen lösten sich und es machte sich professionelle Hilfe durch einen ansässigen Fahrradhändler notwendig.
So teilte sich die Truppe. Der größere Teil rollte weiter bis zum ersten Rastpunkt in Ceska Lipa, wo unsere beiden Marketenderinnen einmal mehr ein hervorragendes Mahl für die ausgelaugten Radlerbeine zauberten. Außerdem wurde die Pause genutzt um Klamotten abzulegen, die aufgrund des ausbleibenden Regens überflüssig geworden waren.

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Falk wechselte schnell seine hinteren Bremsbacken, weil sich diese bei den gestrigen scharfen Abfahrten verschlissen hatten. Mittlerweile waren auch unsere drei jugendlichen Mitfahrer von der Reperatur des Zahnkranzes eingetroffen.
Wegen der zahlreichen Uannehmlichkeiten und des damit verbundenen Zeitverlustes musste vom Teamleiter eine Geschwindigkeitserhöhung angeordnet werden. Danach ging es auch recht zügig voran und die Kilometer schnurrten nur so herunter.
Ein idyllischer Waldweg änderte sich plötzlich zu einem militärisch anmutendem Plattenweg. Der endete abrupt an einem verlassenem Bunker. Eine spontane Inaugenscheinnahme brachte uns zu dem Ergebnis, dass hier weder Goldzug noch Bernsteinzimmer zu finden sind.

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Bei km 91 erwarteten uns erneut die Mädels vom Versorgungsteam. Aufgrund der sich nun langsam ankündigenden Sonnenstrahlung wurde umgehend beschlossen ein Bierchen zu öffnen. Auch dieses Mal gab es wieder reichlich Gebäck, Pfannkuchen und andere Leckereien.

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Nach der Pause ging es wieder zügig voran, allerdings sind wir nochmals in einen Regenschauer geraten.
Gusts Streckenführung leitete uns später noch eine Wanderpfad entlang, der uns zum Schieben der Räder zwang. Die tolle Landschaft des Böhmischen Paradieses entschädigte für die Unbill.

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Das letzte Stück führte uns durch die Prachauer Felsen. Die Navigation zum hervorragenden Hotel „Pod Sikmou Vezi“ zog sich bisschen hin. So kamen wir erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit am Etappenort an.