Alpen 2009 – 02 – Aachensee

Freising bis Ramsau im Zillertal – 197km, gesamt 324km

Beim Frühstück schwatzte ich mit einem älteren Ehepaar aus der Schweiz, die mit dem Rad Inntal-abwärts geradelt waren, in Passau den Zug verpasst hatten und jetzt irgendwie in Freising an der Isar gelandet waren.

Ich bin kurz nach Acht los und weiter über gute Schotterwege rechts der Isar Richtung München gestrampelt. Ein eiliger Zeitgenosse auf einem Mountainbike überholte mich, um dann nachzulassen und wieder überholt zu werden. An einem Abzweig bin ich zunächst geradeaus durchgerauscht, was mein „Kontrahent“ natürlich nutzte, um sich wieder vor mir einzuordnen. Kurz darauf habe ich ihn wieder überholt und angequasselt, er war aber schwer am Schnaufen und Schwitzen und lies dann auch abreißen.

Eingangs München bin ich durch den Englischen Garten gefahren, was zum Teil zu einem Slalom um die vielen Jogger wurde. Weiter ging es durch das Zentrum, immer an der Isar lang und recht einfach zu finden. Ausgangs München war „mein“ Mountainbiker auf einmal wieder vor mir — wir sind dann zusammen etwas langsamer weiter geradelt und haben dabei über unsere bisherigen Touren geschwatzt.

Südlich von München erstrecken sich die Isar-Auen. Hier sind wohl vor allem Mountainbiker unterwegs, die Wege sind teilweise zerfahren und haben viele kurze und starke Anstiege und Abfahrten. Bei Grünwald bin ich zusammen mit einigen anderen Radlern über die Brücke und dann links weg, am Ufer lang. Der Weg wurde immer schmaler und endete scheinbar vor einem steilen Hang. Wir sind dann über eine sehr schlechte Wegstrecke mit grobem Kies, teilweise auch schiebend, weiter immer den Wanderwegweisern Richtung Kloster Schäftlarn nach. Ein Trampelpfad brachte uns in ein Seitental, dort steil hoch (Schiebstrecke) wieder auf einen vernünftigen Weg.

Trampelpfad zwischen Pullach und Schäftlarn
Trampelpfad zwischen Pullach und Schäftlarn

Am Kloster Schäftlarn trennten sich unsere Wege, mein Mitradler wollte die Ausstellung „Gartenlust“ besuchen.

Kloster Schäftlarn
Kloster Schäftlarn

Ich bin dann über die Isar und auf einen Weg zwischen dem Fluß und einem parallel laufenden Kanal eingebogen. Auf dem Kanal kamen mir einige Flöße voller feucht-fröhlich feiernder Bayern entgegen. Eigenwilliges Volk.

Bier-Floß
Bier-Floß

Mittlerweile war es deutlich wärmer geworden, die Beinlinge konnten runter, die Jacke aus. Bei Wolfratshausen habe ich eine Weile nach dem Radweg gesucht, bis ich dann herausgefunden habe, dass man entgegen der Zielrichtung rechts abbiegen muss, um dann in einer Schleife unter der Straße durch doch noch in südliche Richtung zu gelangen.

Hoch über der Isar südlich Geretsried
Hoch über der Isar südlich Geretsried

Eine wunderschöne Landschaft mit Flußauen und Kiesbänken säumte meinen weiteren Weg bis Geretsried. Dort habe ich in einem italienischen Biergarten direkt am Tennisplatz leckere Makkaroni mit Pfifferlingen verdrückt. Ein aus der Schweiz stammender Mountainbiker am Nachbartisch erzählte, die weitere Wegstrecke wäre ziemlich schlecht. Das sollte sich als zutreffend erweisen, es ging erstmal auf grobem, rolligen Kies weiter und dabei auch noch teils recht steil aus dem Isartal heraus. Kurz vor Königsdorf kommt man auf ein asphaltiertes Sträßchen, dass einen nach Rothmühle und damit wieder runter an den Fluß bringt.

Isarauen
Isarauen

Über zwei weitere Hügel bei Rothenbrunn und Fischbach gelangte ich nach Bad Tölz. Ab dort folgt der Radweg Richtung Lenggries wieder der Isar, die hier viele Kiesbänke bildet. Viele Leute, Jogger, Spaziergänger und Radfahrer nutzten das schöne Wetter.

Bad Tölz
Bad Tölz
Isar zwischen Tölz und Lenggries
Isar zwischen Tölz und Lenggries

Die letzten drei Kilometer bis hoch zum Sylvenstein-Stausee wechselt der Radweg auf die andere Talseite. Oben führt er durch einen kleinen, gut ausgebauten und sogar beleuchteten Tunnel zur Krone der Staumauer.

Blick zurück ins Isartal
Blick zurück ins Isartal
Radweg-Tunnel am Sylvenstein-Stausee
Radweg-Tunnel am Sylvenstein-Stausee

Weiter ging es auf der viel befahrenen Straße links um den Stausee herum. Kurz vor dem Aachenpass lockte ein Rad-Wegweiser von der Straße hinunter. Der Radweg erwies sich leider als Verarsche, es ging nur kurz am Fluß lang und dann gleich wieder sausteil hoch zur Straße. Eine weitere Radweg-Verarsche erwischte mich südlich Aachenwald. Erst ging es sausteil bergauf, um dann gleich wieder runter zur Straße zu führen. Statt 3km auf leicht ansteigender Asphaltstraße handelte ich mir so 5km Quälerei auf schlechter Schotterpiste ein. Man hat den Eindruck, die Radwege sind dort nur dazu da, dass die Autofahrer nicht durch Radler gestört werden und schneller rasen können.

Radweg am Aachenpass
Radweg am Aachenpass

Ab Aachenkirch fuhr ich auf der Dorfstraße bis Aachensee. Am See legte ich erstmal eine Pause ein und verspeiste den restlichen Kuchen vom Vortag. Ein schön angelegter Fuß- und Radweg führt um den See herum. Angelockt vom stetigen Wind waren auf dem Wasser viele Surfer unterwegs.

Aachensee
Aachensee

Aachensee-Ufer
Aachensee-Ufer

Spitzen-Radweg am Aachensee
Spitzen-Radweg am Aachensee

Bei Maurach quert die Straße eine Schmalspurbahn und es kam gerade eine Lok angedampft.

Dampflok bei Maurach
Dampflok bei Maurach

Eine endlos lange und steile Abfahrt bringt einen hinunter nach Jenbach. Ich musste die Schussfahrt kurz unterbrechen, weil mein Tacho nicht mehr funktionierte. Durch die hohe Fliehkraft war der Magnet auf der Speiche nach außen gewandert. Ausgangs Jenbach bin ich über eine Brücke, die den Inn und die Autobahn überspannt. Eine kleine Straße am gegenüberliegenden Hang brachte mich nach Straß und damit zum Eingang ins Zillertal.

Zillertal
Zillertal

Über Rad- bzw. Wirtschaftswege kommt man dort ganz entspannt den Bergen immer näher. Irgendwo habe ich mal einen falschen Abzweig erwischt und musste zur Strafe ein Stück auf der vielbefahrenen B169 absolvieren. Über kleine Nebenstraßen bin ich dann weiter Richtung Süden gefahren und habe unterwegs nach einer Pension Ausschau gehalten. Zimmer werden dort überall vermietet, ich war aber erst im vierten Anlauf erfolgreich. Das lag nicht etwa an Überbelegung, sondern wohl daran, dass im September dort kaum einer lang kommt und die Leute einfach nicht mit Gästen rechneten und gar nicht zu Hause waren.

Haus Matthias in Ramsau
Haus Matthias in Ramsau

In Ramsau kam ich in einem schönen Privatquartier unter. Zum Essen bin ich dann ca. 1km zurück gelaufen bis zum Hotel „Haus Theresia“. Kann man durchaus empfehlen.

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