Alpen 2009 – 07 – Passau

Bad Mitterndorf bis Passau – 180km, gesamt 982km

Das Frühstück habe ich von halb Acht bis halb Neun ausgedehnt, in der Hoffnung aus Wetterbesserung. Draußen waberten tiefliegende Wolken herum, die Sicht war nahe Null. Nach einem kleinen Stück Fernstraße ging ein Radweg rechts ab und durch kleine Orte bis Bad Aussee. Viele kurze, teils recht steile Anstiege sorgten für durchgewärmte Muskeln, was bei der nasskalten Suppe ringsum ganz angenehm war.

Nach einer längeren Abfahrt hinab nach Bad Aussee habe ich dort an der Tankstelle eine Karte im Maßstab 1:200.000 für Oberösterreich und Salzkammergut gekauft. Die Auflösung ist ganz brauchbar, leider waren aber keine Radwege eingezeichnet. Da ich keine bessere Strecke fand, bin ich auf der B145 bei mäßiger Steigung aber viel Verkehr Richtung Lupitsch geradelt. Dort bin ich auf der steil ansteigenden Dorfstraße durch den Ort, um dann am oberen Ortsausgang rechts auf einen beschilderten Radweg abzubiegen. Dieser stieg bis zum Ortsende weiter steil an. Auf der Abfahrt Richtung St. Agatha habe ich einen entgegenkommenden Mountainbiker erstmal gefragt, ob ich auch den richtigen Weg erwischt hätte. Es stellte sich heraus, dass er in Schneeberg im Erzgebirge aufgewachsen ist und die Dachsteinrunde nebst einiger Erweiterungen unter die breiten Stollenreifen genommen hat.

Keine Aussicht - mieses Wetter
Keine Aussicht – mieses Wetter

Die langgezogene Abfahrt nach St. Agatha war mit Rollkies bedeckt, aber noch ganz gut zu fahren. An einem geraden Stück stand vor mir ein Jeep auf dem Weg. Hinter diesem schoß ein Jagdhund hervor, dessen Beuteinstinkt wohl nicht zwischen Kaninchen und Radler-Wade unterscheiden konnte. Zum Glück ging’s bergrunter. Das Vieh ist bestimmt einen Kilometer mit 40..50 km/h hinter mir hergehetzt und hörte kein bisschen auf seinen Herrn, der laut hinter uns herrief. Schließlich ging dem Tier wohl doch die Puste aus und er blieb zurück.

Felsen im Nebel
Felsen im Nebel

In St. Agatha habe ich die B145 überquert, bin Richtung Goisern gefahren und traf dort auf den Traun-Radweg. Diesem folgte ich über Bad Ischl bis Mitterweißbach. Dort bin ich links auf die erstaunlich verkehrsarme B153 abgebogen, die sanft ansteigend hinauf zum Weißenbacher Sattel führt. An beiden Talseiten erheben sich zum Teil beeindruckende Felsen, von denen Bäche herunterrauschen. Leider war das ganze bei ca. 100m Sicht nur schemenhaft zu erkennen.

Traun-Radweg
Traun-Radweg

Nach dem Sattel hätte ich auf breiter, gut ausgebauter Straße schnell hinab nach Weißenbach rauschen können, wurde aber zunächst durch einen heftigen Regenschauer mit Gewitter zum Abwarten gezwungen. Große alte Bäume sorgten mit ihrem dichten Blätterdach dafür, dass ich nicht allzu nass wurde.

Attersee
Attersee

Ab Weißenbach bin ich auf tischebener Straße mit 25..30km/h rechts um den Attersee herumgefahren. In Seewalchen habe ich eine Pause bei Kuchen und Frucht-Buttermilch eingelegt. Weiter gings zuerst ziemlich steil, dann flach aber auf verkehrsreicher Straße über Steindorf Gampern Richtung Zipf. Von Redl-Zipf folgte ich einem Radweg nach Frankenburg. Dort holte mich der nächste heftige Regenschauer ein. Ich kam in einer Imbissbude unter. Außer mir kehrten einige Bauarbeiter ein, deren extremer Dialekt beim besten Willen nicht zu verstehen war.

Weiter ging’s nach Ried im Innkreis. Dort werden alle Autos nach links auf eine Umgehungsstraße geschickt. Ich wollte durch den Ort, was aber auf Grund einer Messe und extrem hohem Verkehrsaufkommen gar nicht so einfach war. Unter dem Vordach einer Kapelle wartete ich den nächsten Regenschauer ab. Ich habe dann einen Einheimischen nach dem Weg gefragt. Trotz seiner eigentlich ganz guten Beschreibung habe ich den Antiesen-Radweg nicht gefunden und bin erstmal auf der B143 Richtung Nordwesten raus aus dem Chaos aus viel Verkehr und Einbahnstraßen. Bei der nächsten Gelegenheit bin ich dann aber wieder rechts weg, über Bahn und Fluß und habe so auch den gut beschilderten Antiesen-Radweg gefunden. Dieser mündet bei Reichersberg in den Inn-Radweg ein.

Inn
Inn

Zunächst war vom Inn nicht viel zu sehen, aber vor Schärding kam der Weg aus dem Wald heraus. Nach einer kurzen Schiebeeinlage über eine Brücke mit Treppe, aber extra mit Mittelbrett und Schiene für Fahrradreifen, ging es in den Ort hinein. Nach einer weiteren Kuchen- und Milchpause bin ich über die Brücke rüber auf die deutsche Seite. Ein schön angelegter Radweg führt dort am Steilufer des Inn durch den Wald. Die Felsen zur linken wurden von einigen Kletterern rege benutzt. Ab Neuburg wurde die Strecke flacher und die Anzahl Jogger und Radfahrer nahm deutlich zu.

Schärding
Schärding

Inn-Radweg
Inn-Radweg

Ich bin dann in einer Pension in der Innenstadt untergekommen, habe mir beim Italiener auf dem Domplatz Spaghetti Frutti di Mare und einen feinen Pinot Grigio schmecken lassen und dann im Shamrock-Pub noch zwei Absacker- bzw. Ende-der-Tour-Guiness getrunken. Der Pub war brechend voll, ganz anders als vor einigen Jahren auf unserer Moldau-Donau-Naab-Tour.

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