Kroatien-2010 1.Tag


03.06.2010 Dorfchemnitz – Bělá nad Radbuzou (173km) Gesamt: 173km

Nachdem unsere letzte Radreise schon zwei Jahre her war, hatten wir uns diesmal wieder für eine größere Ferntour entschieden. Beide hatten wir noch alten Urlaub bzw. genügend Überstunden und so stand einer 14-tägigen Tour eigentlich nichts mehr im Wege. Wäre da nicht das nasskalte Frühjahr gewesen, welches uns zwang, die Tour zunächst eine Woche zu verschieben. Auch der dann geplante Start am 02.06. fiel ins Wasser, schüttete es doch ohne Unterlass vom erzgebirgischen Himmel herab. So verschoben wir den Start nochmals um einen Tag, obwohl die Wetterfritzen auch für diesen Tag noch keinerlei Besserung versprachen. Allerdings sollte es der letzte Regentag sein. Für den darauffolgenden Freitag wurde nun auf allen Kanälen der große Wetterumschwung prophezeit. Langsam bekamen wir Angst um unseren Zeitplan, und so beschlossen wir den (hoffentlich nur einen) Regentag in Kauf zu nehmen.

5.30 Uhr trafen wir uns im strömenden Regen bei Falk. Da wir eigentlich eher die „Schönwetterfahrer“ sind, haben wir gar keine so richtig tolle Regenbekleidung. Falks Frau hatte in der Eile noch die Regenhose der großen Tochter sowie ein altes Regencape herbeigeholt. Auch wenn die Bewegungsfreiheit arg eingeschränkt war, sollte sich das später noch als sehr nützlich erweisen.

Regen in Dorfchemnitz

5.45 Uhr haben wir uns dann in strömenden Regen aufgeschwungen und sind in Richtung Zwönitz, Grünhain, Waschleithe, Schwarzenberg von dannen gezogen.

Sauwetter

Es hat ohne Pause gegossen. So haben wir nur stumm und ziemlich schlecht gelaunt in die Pedale getreten, in der Hoffnung, dass es uns wirklich nur am ersten Tag so ergeht. In den Mulden auf Regencape und Lenkertasche bildeten sich immer wieder „Seen“ die während der Fahrt von Hand abgeschöpft werden mussten.

In Erlabrunn verließen wir die Hauptstraße und bogen rechts auf einen wunderschön angerichteten Forstweg Richtung Steinbach ab. Leider bekamen wir von der tollen Landschaft an den Teufelssteinen und auf dem Kamm des Erzgebirges kaum was mit, außer dass von allen Seiten das Wasser platschte. Bei Kilometer 44 machten wir kurz vor der Grenze bereits die erste Pause, weil uns die Kräfte schon ganz schön verlassen hatten. Die vielen Klamotten und aufgeweichten Wege zehrten ganz schön und so ruhten wir uns in einer Schutzhütte ein wenig aus.

Pfütze
Schutzhütte bei Steinbach

Kurz nach der böhmischen Grenze überraschten uns dann noch ein umgestürzter Baum und 4 ausgewachsene Hirsche, die kurz vor uns den Weg querten.

Umgestürzter Baum
Radeln mit Hindernissen

Auch auf böhmischer Seite war keine Wetterbesserung in Sicht und so rollten wir völlig genussfrei vom Erzgebirgskamm in das Egertal.

Zwischen Šindelová und Jindřichovice war die Straße gesperrt, weil die Brücke über den Bach gebaut wurde. Wir überlegten kurz, ob wir das schwere Rad über den Bach tragen sollten. Der gewaltige Umweg als Alternative ließ uns dann doch die Bachüberquerung riskieren. Die umherstehenden Bauarbeiter motivierten uns zusätzlich und so sind wir doch heil am anderen Ufer angekommen.

Kurz vor Sokolov ließ so ca. bei km 77 der Regen tatsächlich nach und es waren sogar hellere Flecken am Himmel zu erkennen. Leider haben wir den wunderschön neu errichteten Eger-Radweg auf die Schnelle nicht gefunden. So fuhren wir von Sokolov bis Citice ca. 7 km auf einer ekligen Fernverkehrsstraße. Weil diese ziemlich schmal war, bremsten wir die eiligen Brummies mitunter ganz schön aus. Dafür wurden wir auch des öfteren von diesen angehupt.

Der Regen wurde nun doch erträglicher und wir fuhren durch hügeliges Gelände bis Kynšperk (110 km). Dort machten wir Mittag in einer ziemlich heruntergekommenen und verqualmten Kneipe, die uns eher an eine HO-Gaststätte aus vergangenen Zeiten erinnerte.

Als wir das Lokal wieder verließen hatte es fast ganz aufgehört zu regnen und es war auch merklich heller am Himmel. Bei Lidl in Tachov (km 143) verpflegten wir uns nochmals um das letzte Teilstück bis Bělá nad Radbuzou in Angriff zu nehmen. Dort fanden wir sofort ein Hotel mit einem bescheidenen Zimmer vor. Allerdings war es dort völlig ungeheizt und wir konnten uns nur in der Kneipe aufwärmen. Auch die Klamotten wurden dadurch nicht unbedingt trocken.

Karte

Höhenprofil

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