Kroatien-2010 2. Tag


04.06.2010 Bělá nad Radbuzou (CZ) – Warth (D) (168km) Gesamt: 341km

Morgens sah das Wetter nun äußerst vielversprechend aus. Zu unserem Glück hatte sich der Wetterbericht nicht vertan. Da wir für böhmische Verhältnisse sehr zeitig und sehr gut frühstücken konnten, schwangen wir uns bereits 8.00 Uhr in den Sattel. Wir befanden uns nahe der tschechisch-deutschen Grenze und wollten diese zügig überqueren. Leider stimmte die Radweg-Beschilderung nicht mit der Karte überein. So war es ein schönes Geeier und wir fuhren einen ganz schönen Umweg auf zum Teil noch schlammigen Wegen durch den nördlichsten Teil des Bömerwalds.

Böhmische Landstraße
Wo geht's lang?

Irgendwann erreichten wir bei km 26 einen bayerischen „Wald- und Wiesenübergang“.

Tschechisch-Bayerische Grenze

Genau dort verlor Falk sein vorderes Schutzblech. Das ist nichts ungewöhnliches, bricht doch der Winkel am Schutzblech aufgrund der Schwingungen alle paar Monate mal. Zum Glück war ein Ersatzwinkel dabei und der Schaden konnte im Handumdrehen behoben werden.

Im Grenzdorf Untergrafenried irrten wir zunächst ein wenig umher, bis Frank die richtige Route gefunden hatte. Von Höll ging es vorbei am Perlsee nach Waldmünchen. Dort legten wir am Netto eine kleine Verpflegungspause ein. Weiter ging es durch hügeliges Gelände bis Cham (km 67). In Cham trafen wir auf eine junge Kanadierin, die uns nach dem Weg fragte. Im lockeren Gespräch stellte sich heraus, dass sie seit einem halben Jahr Deutschland umquerte und den Weg nach Regensburg suchte. Da das zunächst auch unsere Richtung war, begleitete sie uns bis zum Ortsausgang von Cham. Dort gabelten sich unsere Wege. Wir hätten ja gern noch etwas geschwatzt, aber das Mädel hatte es wohl eilig und war auf ihrem schwer bepackten Rennrad ähnlich schnell wie wir.

Fachsimpeln in Cham
Wo geht's nach Regensburg?

Ab Konzell fuhren wir auf einer ehemaligen Bahnlinie bis Bogen an der Donau. Zwischendrin fuhr Falk noch ein Loch („eigefahrn“). Das wurde schnell behoben. Der Mantel hatte jedoch einen ganz schönen „Schlaaz“ abgekriegt und wir zweifelten, ob der noch die ganze Strecke (und zurück) hält. So beschlossen wir in Hunderdorf (kurz vor Bogen) einen Reifen zu kaufen. Der ramponierte hielt dann natürlich doch noch die ganze restliche Strecke durch. So hat Falk den Ersatzreifen 2.000 km durch Europa gefahren. Außerdem besorgten wir noch eine Tube Voltaren, weil Falks Knie anfing zu schmerzen.

Eigefahrn
Donaubrücke

Dann erreichten wir die Donau, welche kurz nach Bogen überquert wurde. Kurz drauf genehmigten wir uns ein Bierchen in einem Biergarten, der eigentlich geschlossen hatte. Die nette Wirtin, die wir relaxend auf einer Liege vorfanden, hatte aber Erbarmen und zapfte uns das köstliche Getränk. Da die Wirtin neugierig und mitteilsam war, entwickelte sich schnell eine nette Plauderei.

Mit frischer Energie ging es weiter nach Landau, wo wir der Isar ein Stück auf dem gleichnamigen Radweg folgten. Leider wurde Frank bei Mamming von einem Hungerast heimgesucht. Also war der nächste Biergarten (km 154) unser und wir frönten neben dem Bier auch der reichhaltigen Schlemmerei.

Der Radler braucht Bier
Aaaah!

Immer wieder entwickeln sich bei solchen Kneipenbesuchen nette Unterhaltungen mit anderen Gästen, die uns wegen der reichlich bepackten Räder ansprechen.

Der letzte Abschnitt dieser Tagesetappe führte uns bis Warth. In einer großzügig angelegten Pension ergatterten wir gerade noch so ein kleines Zimmerchen. Eigentlich war das Gasthaus restlos ausgebucht, aber die Wirtin hatte ein Einsehen und richtete schnell noch eine provisorische Mini-Kammer mit Matratzen her. In dieser konnten wir dann zum Vorzugspreis übernachten. Da zur Pension eine Metzgerei gehörte, war das Abendessen entsprechend reichhaltig.

Karte

Höhenprofil

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