{"id":1016,"date":"2012-07-09T18:21:15","date_gmt":"2012-07-09T16:21:15","guid":{"rendered":"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/?p=1016"},"modified":"2012-12-13T17:38:10","modified_gmt":"2012-12-13T16:38:10","slug":"istanbul-2012-18-tag-langsam-ausrollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/istanbul-2012-18-tag-langsam-ausrollen\/","title":{"rendered":"Istanbul 2012 &#8211; 18. Tag &#8211; Langsam ausrollen"},"content":{"rendered":"<p>Kirklareli &#8211; Subasi, 143km, gesamt 2508 <\/p>\n<p>Leider ging der schon fertig geschriebene Eintrag von gestern verloren, so dass ich ihn jetzt nochmal tippe. <\/p>\n<p>Am Vorabend haben wir ein wenig das Stadtleben in Kirkareli genossen, denn unser Hotel, dessen beste Zeiten schon lange vorbei sind, befand sich umweit des Kneipen- und Szeneviertels der Stadt. Wir r\u00e4tselten schon die ganze Zeit umher, wie das hier mit dem Biertrinken funktioniert. In den an jeder Ecke vorhandenen Cafes schaute man uns ganz komisch an wenn man nach dem Getr\u00e4nk verlangte. So etwa als w\u00fcrde man einen deutschen Dorf-Kneiper fragen, ob er nicht paar Drogen habe. Es scheint wohl so zu sein, dass Bier nur in ausgew\u00e4hlten pub-artigen Kneipen gezapft wird. Dort bekommt man dann das &#8222;Efes&#8220; auch in jeder Gr\u00f6\u00dfe (incl. Ma\u00dfkr\u00fcge). Die Preise sind etwa mit unseren vergleichbar.<br \/>\nAu\u00dferdem g\u00f6nnten wir uns jeder 3 sauleckere D\u00f6ner und einige Kugeln Eis. An der Eisbude gab es kostenlos Wlan und wir konnten schnell noch den t\u00e4glichen Blogeintrag t\u00e4tigen. Zum ersten Mal wurde uns bewusst, dass wir ja jetzt unserem Ziel ganz nahe sind. Mit diesem tollen Gef\u00fchl und gut gef\u00fcllten B\u00e4uchen sind wir dann ins Bett gefallen.<\/p>\n<p>Fr\u00fch ging es nach einem eher bescheidenen Fr\u00fchst\u00fcck im abgewohnten 70er-Jahre Speisesaal erst gegen 8.30 Uhr in die S\u00e4ttel. Eigentlich wollten wir nicht mehr so hetzen, andererseits ist aber auch jede Stunde fr\u00fcher gestartet eine Stunde weniger Gluthitze.<br \/>\nWir sind den ganzen Tag auf der meistens ziemlich leeren D020 gefahren. Durch einen leichten Gegenwind war die Hitze heute aber etwas ertr\u00e4glicher.<br \/>\n<figure style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3758-11.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"IMG_3758-1.jpg\" class=\"alignnone\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3758-1.jpg\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">ausged&#246;rrte t&#252;rkische Landschaft<\/figcaption><\/figure> <\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise hat man sich aber auch blo\u00df besser daran gew\u00f6hnt. So alle 25 bis 30 km legten wir einen Zwischenstopp in den fl\u00e4chendeckend anzutreffenden, in St\u00e4dten teilweise auch riesengro\u00dfen, Cafes ein. Diese Cafes werden fast ausschlie\u00dflich von \u00e4lteren M\u00e4nnern frequentiert. Sehr oft ist kein Tisch mehr frei und man setzt sich einfach dazu. Nach einigen neugierigen Blicken wurden wir fast immer schnell in Gespr\u00e4che nach dem \u00fcblichen woher und wohin verwickelt.  Irgendeiner kann dann immer noch paar Brocken Deutsch, weil er mal vor \u00fcber 30 Jahren f\u00fcr eine Zeit in Deutschland gearbeitet hat. \u00dcberhaupt stellten wir immer wieder fest, dass man hier als Deutscher einen sehr guten Ruf genie\u00dft. Auch diesmal lie\u00df sich der eine der beiden deutschsprechenden Herren nicht abbringen, uns einen Tee zu spendieren. Danach mussten die Herren aber auch schnell in die Moschee, denn der Muezzin hatte schon gerufen. Mit soviel Gastfreundschaft konnten wir wirklich nicht rechnen.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfencafes haben neben fehlendem Alkoholausschank (Rauchen ist \u00fcbrigens gar kein Problem) auch noch eine Besonderheit: Wenn wir halb verdurstet dort ankamen, h\u00e4tten wir am liebsten jeder gleich 2 Liter Wasser, Eistee, Zitronenlimo oder sonstwas hintergekippt. Die gr\u00f6\u00dften verf\u00fcgbaren Gl\u00e4ser sind aber immer nur so 0,2l. So mussten die Kellner eben entsprechend oft rennen, um unseren Durst zu stillen (und das bei der Hitze). Man ist dort einfach nicht auf halb verdurstete Sportler eingestellt, weil man sich bei solchen Temperaturen eben nur langsam bewegt. Unser Getr\u00e4nkeverbrauch w\u00e4hrend einer Etappe liegt bei etwa 6 l. Wahrscheinlich sollte man noch viel mehr trinken, denn der Mund trocknet schnell aus und der Geschmack wird pelzig. Aber das \u00fcbel warme Wasser aus der Trinkflasche unterwegs ist wahrlich nicht der Rei\u00dfer. <\/p>\n<p>Ein wenig sp\u00e4ter kamen wir an einen &#8222;Dorfkonsum&#8220;. Dort haben wir Wasser zum Trinkflaschen auff\u00fcllen und zwei Bier gekauft. Die Bier wollten wir eine Ecke weiter heimlich im Schatten trinken. Es dauerte gar nicht lange und wir waren von einer Schar Teenager umgeben, die ihr Schulenglisch ausprobieren wollten. Das ganze war sehr lustig, denn wir wurden nach allem m\u00f6glichen gefragt.  Wir kamen erst weiter, nachdem wir auch noch die Fotos unserer Kinder vorgezeigt hatten.<br \/>\n<figure style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3760-11.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"IMG_3760-1.jpg\" class=\"alignnone\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3760-1.jpg\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">Falk im Gespr&#228;ch mit der hiesigen Dorfjugend<\/figcaption><\/figure> <\/p>\n<p>Bei km 92 lockte uns ein idyllisch gelegenes Restaurant mit schattiger Terrasse vom Fahrrad.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3765-11.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"IMG_3765-1.jpg\" class=\"alignnone\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3765-1.jpg\" \/><\/a><br \/>\nObwohl der Wirt und sein Sohn kein Wort deutsch oder englisch verstanden, bekamen wir durch gestikulieren mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen schnell unser Bier und leckere Salate. <\/p>\n<p>Frisch gest\u00e4rkt gingen wir den letzten Teil unserer Tagesetappe an. Der Reiz der Landschaft erh\u00f6hte sich dadurch, dass wir von jetzt ab eine einsame, meist schnurgerade Stra\u00dfe durch niedlichen Laubbaumbestand befuhren. Es handelte sich um Ausl\u00e4ufer des Strandzha-Gebirges. Auch wenn das jetzt alles viel besser aussah, als die ausged\u00f6rrten, versteppten Gegenden, die wir bisher in diesem Land durchquerten, spendeten die B\u00e4ume keinen Meter Schatten, weil die Sonne einfach zu hoch stand.<br \/>\n<figure style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3763-11.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"IMG_3763-1.jpg\" class=\"alignnone\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3763-1.jpg\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">B&#228;ume links und rechts aber trotzdem keinerlei Schatten<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<figure style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3766-1-11.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"IMG_3766-1-1.jpg\" class=\"alignnone\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/wpid-IMG_3766-1-1.jpg\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">der Felsen sieht bissel aus wie im Erzgebirge<\/figcaption><\/figure><br \/>\nBei km 131 in Ihsaniye fragten wir im &#8222;Dorfkonsum&#8220; nach, ob man im Ort \u00fcbernachten k\u00f6nne. Aufgrund des \u00fcblichen Sprachdilemmas wurde vom Ladenbesitzer umgehend das Handy gez\u00fcckt. Keine 5 Minuten sp\u00e4ter stand ein junger Mann bereit, der tadellos deutsch sprach. Der 18j\u00e4hrige ist in D aufgewachsen und ist vor 3 Jahren mit seinen Eltern wieder in die T\u00fcrkei zur\u00fcckgekehrt. Er hat allerdings noch eine Oma in Deutschland, die er auch regelm\u00e4\u00dfig besucht. Er empfahl uns das Hotel Kleopatra im 10 km entfernten Subasi.<br \/>\nDas Hotel hatten wir dann schnell gefunden. Das sah von au\u00dfen alles nicht schlecht aus, aber das viel zu zahlreiche Personal hatte den Laden kein bisschen im Griff. Nachdem bei Falks Duschbeginn noch ein bescheidenes Rinnsal aus der Leitung tr\u00f6pfelte, kam nach dem Einseifen nur noch ein dumpfes, staubtrockenes Gurgeln aus der Wand. Der herbeigerufene, angenervte Hotelangestellte riss noch unbeherrschterweise die Mischbatterie des Waschbeckens ab. Wasser kam trotzdem keins und Falks eingeseifter K\u00f6rper wurde mit sonnengew\u00e4rmten Wasser aus der Fahrradtrinkbuddel abgesp\u00fclt. Nach einigen Minuten war der Wasserfluss wieder hergestellt und Frank konnte problemlos den Dreck des Tages von seinem K\u00f6rper wegduschen. Zum Gl\u00fcck verf\u00fcgte das Hotel wenigsten \u00fcber Wlan. Aber das bewahrte Falk auch nicht davor, diesen Text jetzt ein zweites Mal zu schreiben, weil der gestern schon einmal m\u00fchselig eingeklimperte Text einfach in den digitalen Weiten verschwunden ist&#8230;<\/p>\n<p>Wir sind nicht mehr weit vom Ziel weg, vielleicht noch so 70 oder 80 km und freuen uns schon auf unser Ziel ISTANBUL. <\/p>\n<p>Geschrieben von Falk<\/p>\n<p><a href=\"\/gps\/GPSDATA-20120709_s-osm.html\" target=\"_blank\">Karte<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_1143\" aria-describedby=\"caption-attachment-1143\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/GPSDATA-20120709_s2-profile.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/GPSDATA-20120709_s2-profile-600x253.png\" alt=\"\" title=\"GPSDATA-20120709_s2-profile\" width=\"600\" height=\"253\" class=\"size-large wp-image-1143\" srcset=\"https:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/GPSDATA-20120709_s2-profile-600x253.png 600w, https:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/GPSDATA-20120709_s2-profile-270x114.png 270w, https:\/\/truckle.in-chemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/GPSDATA-20120709_s2-profile.png 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1143\" class=\"wp-caption-text\">Profil<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kirklareli &#8211; Subasi, 143km, gesamt 2508 Leider ging der schon fertig geschriebene Eintrag von gestern verloren, so dass ich ihn jetzt nochmal tippe. 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