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Hassenstein

Heute, am Ostersamstag, ging’s mal wieder mit dem Mountainbike über den Erzgebirgskamm. Gestern hatte ich die Lager am Hinterbau gewechselt. Seit dem ist das furchtbare Knarzen weg, welches mich seit mehreren Wochen bei jeder Tour genervt hat.

Über Silberzeche, E-dorf, Heidelbachtal, Schönbrunn und Pressnitztal erreichte ich das Haselbachtal. Diesmal fuhr ich linkerhand den Rachelweg rauf nach Reitzenhain. Auf dem Kamm, ca. 2km südlich der Grenze liegt am Rand des Novedumsker Hochmoores ein Teich mit dunklem, fast schwarzen, Moorwasser.

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Über Hora Svateho Sebastiana (Sebastiansberg) erreichte ich bei Nova Ves den Eingang zu dem wilromantischen Tal, das sich zu Füßen der Burgruine Hasištejn (Hassenstein) Richtung Egergraben am Südabbruch des Erzgebirges hinabwindet. Bei Celna ging’s zu Fuß vorsichtig über eine Brücke mit sehr zweifelhaftem baulichen Zustand.

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Zwischen Felswänden ging’s auf leicht fahrbarem Trail hinab.

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Die nächste Brücke sah noch erbärmlicher aus. Da hier, im Gegensatz zum ersten Exemplar, kein Eisenträger verbaut war und der Unterbau bereit komplett eingebrochen war, habe ich einen Balanceakt über Steine vorgezogen. Zum Durchfahren war’s mir zu tief und der Untergrund zu rutschig.

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Die Kneipe an der Burg war durch eine Hochzeitsgesellschaft belegt. So bin ich gleich wieder los und über Vysoka, Celna, Menhartice und Sebastiansberg wieder nach Sachsen. Jetzt ging’s über den Ankerweg auf der linken Seite des  Haselbachtals wieder runter nach Mittelschmiedeberg, auch eine sehr schöne Strecke.

Kammtour am 9. März

Dieses Jahr spielt das Wetter im positiven Sinn verrückt. Anfang März sind die Wälder am Erzgebirgskamm normalerweise tief verschneit. Gestern war es schon frühlinghaft warm und Schnee gab es nur noch oberhalb ca. 900m in Form rutschigen Glatteises.

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Meine Route ging über den Geyerschen Wald, Elterlein und Oswaldtal nach Schwarzenberg. Oberhalb des Ortes führt der Förstersteig hinauf zur Morgenleithe. Über Jägerhaus, Rote Grube und Hindrichweg erreichte ich den Auersberg. Von der Sauschwemme ging es geradeaus rauf zum Henneberger Flügel und Kleinen Kranichsee. Die Abfahrt durch den Lehmgrund Richtung Johanngeorgenstadt war an einigen Stellen mit spiegelblankem Eis versehen. Natürlich hat’s mir dort dann mal das Vorderrad weggezogen, mit unsanfter Landung auf dem A…
Ich kam auch gar nicht wieder hoch, die Klickpedal-Latschen rutschen auf Eis einfach weg. Also musste ich das Rad im Sitzen vor mir her schieben und so bis zum Straßengraben robben.

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Auf der Straße von Potucky nach Ryzovna gab’s dann gleich noch einen Umfaller, bin bei eingeklicktem Pedal an die ins Eis gegrabene Fahrrinne gefahren und kam da nicht raus.

In Ryzovna war eine Einkehr fällig. Es gab slowakische Spätzle mit Käse und Speck, durchaus lecker.

Der Weg zur Bächelhütte und weiter zur Ausrücke war auch noch komplett schnee- oder eisbedeckt. Zurück ging’s dann auf schnellstem Weg über Crottendorf, Schlettau, Tannenberg und Greifenbachtal.

Statistik: 118km, 1720hm.

Profil

Anfang der Saison!

Da der Schnee sich dieses Jahr im Erzgebirge rar macht, beginnt die 2014er Bike-Saison schon am 4.1.

Ich bin also heute mittag am Weissen Stein vorbei Richtung Obergelenau, weiter über die Forsthäuser, Venusberger Spinnerei und Steinbruch nach Drehbach. Dort bin ich über den Molchgrundweg rauf zur Straße nach Wolkenstein und von der Kuppe weg durch den Wald runter nach Hopfgarten. Das erforderte gut dosierten Bremseinsatz bei steilem Weg und nassem Gras.

Nach Überqueren der Zschopau ging’s am Gegenhang ein Stück die Straße hoch und dann links weg. Über einen rot-weiß markierten Wanderweg erreicht man den Pfad im Hofbachtal. Diesem folgend erreichte ich bald Großolbersdorf. Von der Heinzebankstraße bog ich nach links ab, Richtung Zeisighöhe. Diese habe ich aber links liegen gelassen und erreichte so die Halfterhäuser. Dort überquerte ich die B174 und folgte dem Goldbachweg hinab zur oberen Neunzehnhainer Talsperre. Ein Baumstamm kam mir gerade recht, um den oberen Zufluss zu überqueren und über schmale Waldwege eine Stelle unterhalb des ehemaligen Kalkbergwerks „Weißer Ofen“ zu erreichen. Nach 200m Schiebeeinlage erreichte ich den Weg, der sich zwischen zwei Felsen durchschlängelt und bis zum alten Stolleneingang führt.

Hauptstollen am Weißen Ofen
Hauptstollen am Weißen Ofen

Weiter rechts gibt es noch einige kleinere Nebeneingänge. Man sollte diese auch tunlichst nicht betreten, vor allem nicht im Winter, um die Fledermäuse nicht zu stören.

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Ein kurzer Abstecher zum Forsthaus im Lengefelder Vorwerk ergab leider, dass dieses heute von 14 bis 17 Uhr geschlossen hatte. Ich hätte mich dort gern mal mit dem Wirt unterhalten, ist er doch in der dortigen MTB-Szene sehr aktiv (siehe www.miriquidi-bike-trails.de

Rückzu querte ich die Mauer der oberen Neunzehnhainer Talsperre.

Talsperre Neunzehnhain II
Talsperre Neunzehnhain II

… und erhaschte einen schönen Blick bei hereinbrechender Dämmerung.

Abendstimmung
Abendstimmung

Der Rückweg erfolgte dann bei abnehmendem Licht über Großolbersdorf und Scharfenstein, an der dortigen Burg vorbei, auf dem Radweg nach Willischtal.

Burg Scharfenstein
Burg Scharfenstein

In Gelenau war es dann schon zappenduster, aber es gibt ja vernünftige Lampen. Meine Sigma Lightster reicht für Straßen und Forstwege völlig aus. Wer nachts mit Mega-Lampen über Single-Trails oder anderweitig quer durch den Wald fährt, schreckt nur unnötig das Wild auf.

Route

Profil
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Trailcenter Rabenberg

Letzten Sonntag war ich auf dem Rabenberg, zwischen Rittersgrün und Johanngeorgenstadt, unweit des Erzgebirgskammes gelegen.

Am dortigen Sportpark wurde vor einigen Wochen ein Trailcenter eröffnet. Von einem zentralen Einstiegspunkt (Trailhead) führen vier Routen, die sich teilweise auch überschneiden, durch die umliegenden Wälder. Ähnlich wie bei Skipisten gibt ein Farbcode den Schwierigkeitsgrad an, von grün wie ganz einfach über blau und rot bis schwarz.

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Gut beschilderte Wege

Da es die Tage zuvor viel geregnet hatte, waren alle Strecken mit Schlamm über zogen. An einigen Stellen waren die Pfützen zu tretlagertiefen Wasserlöchern mutiert. Ich bin erst die blaue Runde (Border Trail) und dann die Schwarze (Black Raven) mit einem Extra-Kringel auf der Roten (Two Mountains) gefahren. Mehr sollte man sich auch nicht vornehmen, ist anstrengend genug.

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Tunnelblick

Dazwischen und am Schluss habe ich den Schlauch am Trailhead genutzt, um den Schlamm abzuwaschen.

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Schlammpackung

Die Anstiege sind meist auf Forstwege gelegt, runterzu geht’s dann über Singletrails. Die Trailbauer haben sich richtig Mühe gegeben, viele Anlieger eingebaut, teilweise Holzplanken verlegt und überhaupt eine richtig schöne Streckenführung gewählt.

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Typischer Waldtrail
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Holzanlieger

An einigen wenigen Stellen war ich feige und hab paar Meter geschoben. Vor allem die rutschigen Steine im Stonegarden waren einen Tick zu schwierig für mich. Einmal hat’s mich umgeschmissen, das Vorderrad ist über eine im Matsch versteckte Wurzel weggerutscht. Ist aber nix weiter passiert, ich war schon ganz langsam unterwegs.

Auf jeden Fall komme ich bei trockenen Verhältnissen nochmal wieder, Fahrtechnik festigen und mal probieren, ob und wie das mit mehr Speed geht.

Fazit: Klare Empfehlung an alle Biker. Die fünf Euro fürs Tagesticket sind voll gerechtfertigt, die Trails wollen schließlich auch erhalten werden.

Vier Hübel

Wie schnell doch ein Jahr vergeht. Am Sonntag war es wieder soweit, die Vier-Hübel-Tour stand auf dem Programm. Die Strecke war die gleiche, wie im Vorjahr. Falk wollte auch an der Tour teilnehmen, fiel aber kurzfristig krankheitsbedingt aus.

Die Wetterfrösche hatten für den Tag mäßigen Regen verkündet. Am frühen morgen sah das allerdings noch ganz gut aus. Ich bin mit Ronny aus Dorfchemnitz mit dem Auto rauf zum Skistadion an der Sachsenbaude, um die Startnummer entgegenzunehmen.

Um 10 rollte das Feld aus 600 Starten los. Wir haben uns weit hinten angestellt, um dem anfänglichen Gedränge aus dem Weg zu gehen. Das hatte dann zur Folge, dass ich bis zum Bärenstein permanent damit beschäftigt war, mich an langsameren Leuten vorbeizudrängeln. Andersrum zogen natürlich auch einige Schnellere an mir vorbei. Am Bärenstein, spätestens am Pöhlberg, hatte sich das dann aber eingeschüttelt, jeder hatte sein Grüppchen gefunden.

Wie schon im Vorjahr waren bereits auf der ersten Abfahrt vom Roten Vorwerk Richtung Talsperre Cranzahl haufenweise Leute damit beschäftigt, ihre Reifen zu flicken. Fahren die schon ohne Luft los?

Die Auffahrt zum Bärenstein ist kurz und steil. Von Königswalde zum Pöhlberg ist es nur teilweise steil, dafür sehr langgezogen. In Annaberg waren viele Leute am Wegesrand und feuerten die Meute an. Prima Stimmung.

Auf der Abfahrt nach Cunnersdorf hat es ca. 20m vor mir ein Pärchen auf dem Tandem umgeschmissen. Der Weg war aber auch voller rutschigem Split. Zum Glück ist nichts passiert, die beiden haben mich später sogar wieder überholt.

In Walthersdorf wurden wir von einem Mähdrescher, der den gleichen Weg hatte, ausgebremst. Der Scheibenberg ist dann ziemlich easy, weil man schon auf halber Höhe in die eigentliche Auffahrt einbiegt.

Der Schotterweg runter zum Unterbecken des Pumpspeicherwerks Markersbach war ziemlich ausgewaschen und holperig. Hier machte sich das Fully bezahlt, ich konnte mal bergab Leute überholen. Passiert mir sonst eher selten, ich bin da ziemlich vorsichtig und entsprechend langsam.

Die Auffahrt zum Oberbecken über den Roßbachweg war, genau wie im Vorjahr, das anstrengenste Stück. Viele haben geschoben. Ich bin durchgefahren, war aber auch nur unwesentlich schneller. Mittlerweile hatte das Wetter umgeschlagen, es fing an zu tröpfeln. Oben auf dem Hundsmarterflügel hat es mal kurz ganz schön geschüttet. So wurde an der Verpflegungsstelle die Regenjacke rausgekramt.

Die letzten Meter der Runde um das Oberbecken waren ein Kampf gegen den Wind. Danach ging’s den Mückenbachweg hinunter zum Ephraimhaus in Pöhla. Die Abfahrt ist ziemlich steil und liegt voller Rollsplit. Unten habe ich auf die Uhr gesehen und gemerkt, dass es für die angepeilte Zeit um die 5 Stunden schon zu spät war. Also hab‘ ich nochmal eine Schippe draufgelegt, den Friedrichsbachweg hoch hab‘ ich mehr als 20 Leute überholt. Jetzt fing es aber richtig an zu schütten. Auf dem Pfahlberg ereilte mich der erste Krampf. Am Grundweg war der Spaß dann vorbei, abwechselnde Waden- und Oberschenkelkrämpfe, manchmal auch gleichzeitig, erzwangen eine längere Schiebeeinlage. An der „Weißen Ziech“ ging es dann wieder so halbwegs, ich bin dann mit minimalem Krafteinsatz und entsprechend langsam und in kleinen Gängen bis zur Wellenschaukel hochgekurbelt. Dort kam zum Regen noch ein Nebel mit höchstens 50m Sicht hinzu, das Thermometer war auf 8°C gefallen.

Nach ca. 5:32 war ich oben im Ziel. Die genaue Zeit war nicht in Erfahrung zu bringen, der Computer zur Zeitauswertung hat wohl zu viel Wasser abbekommen.

Fazit: Super Organisation, hochmotivierte Leute, schöne Strecke, Mistwetter und brachial anstrengend. Eben typisch Vier-Hübel-Tour. Nächstes Jahr wieder!